Long Covid verändert den Alltag tiefgreifend. Wenn Gedächtnis und Konzentration nicht mehr verlässlich funktionieren, kann personalisiertes Gehirntraining ein behutsamer Weg sein, geistige Stabilität zurückzugewinnen.
Kann Gehirntraining Patient:innen helfen?
Long-Covid-Awareness-Tag:
Viele Menschen leiden nach einer Corona-Infektion an Symptomen, die ihr Leben drastisch verändern: Das Denken dauert länger, Unterhaltungen sind anstrengend, schon das Schreiben einer E-Mail kostet viel Zeit und Energie – manchmal sogar noch Jahre nach der Infektion.

Dieser sogenannte „Brain Fog“ kann mit einer Post-Exertionellen Malaise (PEM) einhergehen, bei der Anstrengungen stunden- oder sogar tagelange Erschöpfung verursachen können.

Über 1,5 Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen – mit Folgen wie Arbeitsunfähigkeit, sozialem Rückzug und dem frustrierenden Gefühl, kaum noch etwas leisten zu können. Viele berichten zusätzlich, dass ihr Umfeld die Veränderungen kaum nachvollziehen kann, weil man ihnen die Erkrankung nicht ansieht. Gerade dieses Unverständnis macht die Situation besonders belastend.

Gleichzeitig wächst die wissenschaftliche Aufmerksamkeit: Mit der angekündigten Forschungsdekade des Bundes und einer halben Milliarde Euro Förderung wird die Erkrankung endlich systematisch erforscht und ernst genommen. Erste strukturierte Therapieansätze – darunter personalisiertes kognitives Training – stehen bereits zur Verfügung.
Dr. Alexa Alica Kupferschmitt, promovierte Psychotherapeutin und Wissenschaftlerin an der Charité Berlin mit dem Forschungsschwerpunkt Post-COVID, beschreibt:
Im Alltag kann das bedeuten, Termine zu vergessen,
in Gesprächen den Faden zu verlieren oder nach einem
Arbeitstag völlig überfordert zu sein. Viele erleben dabei
Scham oder Selbstzweifel – obwohl es sich um ein
medizinisches Symptom handelt.
„Kognitive Störungen sind neben der Fatigue eines der häufigsten Symptome bei Post-Covid. Und das ist auch meistens das Symptom, was dazu führt, dass diese Patienten aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Sie sind sehr stark eingeschränkt im Gedächtnis, im Arbeitsgedächtnis, in der Konzentration oder sind auch in der Reaktionsgeschwindigkeit stark verlangsamt. Und deswegen ist das einfach ein Riesenthema.“
Für viele ist genau das der Wendepunkt: Der Kopf funktioniert nicht mehr wie früher – und der Alltag gerät aus dem Gleichgewicht.
Bei Brain Fog erleben Betroffene häufig:
  • Konzentrationsprobleme
  • Gedächtniseinbußen
  • Verlangsamtes Denken
  • Wortfindungsstörungen
  • Verminderte Reaktionsgeschwindigkeit
Brain Fog: Wenn Denken plötzlich schwerfällt
Wenn der Kopf nicht mehr so arbeitet wie früher, entsteht schnell das Gefühl von Stillstand. Doch auch bei Long-Covid-Betroffenen ist das Gehirn kein starres Organ. Es kann sich weiterhin anpassen und neu organisieren, wenn es gezielt und behutsam aktiviert wird.

Durch wiederholtes Training bestimmter Denkprozesse können neuronale Verbindungen gestärkt und geschwächte Funktionen Schritt für Schritt stabilisiert werden. Dieses Prinzip nennt sich Neuroplastizität. Es bildet die Grundlage für kognitives Training, das auch in medizinischen Leitlinien empfohlen wird.
Dr. Kupferschmitt erklärt:
Gezieltes Training kann helfen:
die Aufmerksamkeit zu stabilisieren
  • das Arbeitsgedächtnis zu stärken
  • die Reaktionsgeschwindigkeit zu verbessern
  • sich im Alltag wieder sicherer und klarer zu fühlen
Das hilft gegen Brain Fog
„Kognitives Training wirkt aufgrund von Neuroplastizität. Es gibt dieses Prinzip: fire together, wire together. Je häufiger man etwas trainiert, desto mehr bauen sich Nervenzellen auf. So kann man Defizite ein Stück weit kompensieren. Und wir wissen, dass es bei Post-Covid neurologische Veränderungen gibt. Aus der klinischen Praxis merken wir, dass die Patienten tatsächlich profitieren.“
Nicht alle Long-Covid-Verläufe sind gleich.

Ein Teil der Betroffenen erlebt eine sogenannte Post-Exertionelle Malaise (PEM). Dabei verschlechtert sich der Zustand nach körperlicher oder geistiger Belastung – oft zeitverzögert um Stunden oder Tage.

Typisch sind:
  • Ein „Crash“ nach scheinbar geringer Aktivität
  • Deutliche Verschlechterung von Fatigue und kognitiven Symptomen
  • Reduzierte Belastbarkeit über Tage oder Wochen

Wenn schon geringe Aktivität zu deutlicher Verschlechterung führt, ist Schutz wichtiger als Training. In solchen Phasen steht Stabilisierung im Vordergrund – nicht Fortschritt.
Fatigue und Post-Exertionelle Malaise (PEM)
Wenn PEM eine Rolle spielt, ist Pacing entscheidend.

Pacing bedeutet:
  • Aktivitäten bewusst planen
  • Überlastung vermeiden
  • Warnsignale ernst nehmen
  • Pausen konsequent einhalten

Pacing ist ein Schutzmechanismus für Körper und Geist. Ziel ist es, eine Abwärtsspirale zu verhindern und das eigene Energieniveau zu stabilisieren.
Pacing: Energie schützen
und Stabilität gewinnen
Gehirntraining kann sinnvoll sein, wenn:
  • Brain Fog im Vordergrund steht
  • Gedächtnis und Konzentration deutlich eingeschränkt sind
  • geistige Aktivität in kleinen Einheiten gut toleriert wird
  • keine regelmäßigen starken PEM-Crashs auftreten

Gehirntraining ist aktuell vermutlich nicht der richtige Schritt, wenn:
  • bereits geringe Aktivität starke Zustandsverschlechterungen auslöst
  • sich die betroffene Person in einem anhaltenden Crash-Zustand befindet
  • Fatigue und PEM die Hauptproblematik darstellen
Nicht jede Phase der Erkrankung ist für Training geeignet. Entscheidend ist, was zur aktuellen Situation passt.
Ist NeuroNation MED für mich geeignet?
Code erhalten und Training starten
3
Bei der Krankenkasse einreichen (oder online hochladen)
2
Kurzattest bei Ärzt:in / Psychotherapeut:in holen
1
So starten Sie in 3 Schritten mit
der “App auf Rezept”
Ja.

In einer klinischen Studie wurde eine Subgruppe von Patient:innen mit leichten kognitiven Störungen im Rahmen einer Long-Covid-Erkrankung untersucht. In der Gruppe, die mit NeuroNation MED trainierte, konnten messbare Verbesserungen in kognitiven Testbereichen beobachtet werden.

Das bedeutet nicht, dass alle Beschwerden vollständig verschwinden – aber Verbesserungen in Aufmerksamkeit und Gedächtnis sind möglich.

Wichtig ist Regelmäßigkeit.
Gleichzeitig gilt: Hören Sie auf Ihren Körper. Wenn Fatigue im Vordergrund steht oder aktuell weniger Kraft vorhanden ist, sind auch kürzere Einheiten sinnvoll. Entscheidend ist nicht Intensität, sondern Kontinuität im eigenen Tempo.
Dr. Kupferschmitt empfiehlt:
Ist NeuroNation MED nachweislich wirksam bei kognitiven Störungen im Rahmen von Long Covid?
„Beim körperlichen Training muss man dranbleiben. Muskeln bauen sich auf, wenn man trainiert – genauso ist das mit dem Hirn.
Ich gebe meinen Patienten eine Faustformel mit: Trainieren Sie mindestens 3x pro Woche, 30 Minuten, mindestens 3 Monate – dann können Sie davon ausgehen, dass Sie etwas merken.“
Long Covid verläuft individuell. Für manche steht zunächst Stabilisierung durch Pacing im Vordergrund. Andere spüren, dass vor allem ihr Denken Unterstützung braucht. Beides ist richtig. Entscheidend ist, was zur aktuellen Situation passt.
Worte zum Schluss
Häufige Fragen