Fühlt sich Ihr Denken langsamer an?
Welttag Multiple Sklerose
4 von 10 MS-Patient:innen erleben dasselbe - und Sie können etwas dagegen tun.
Selbstcheck für MS-Betroffene
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Lesezeit   12 Minuten
Aktualisiert am 29. Mai 2026
Sichtbare Symptome von MS erhalten oft Aufmerksamkeit. Doch viele Betroffene kämpfen zusätzlich mit unsichtbaren kognitiven Einschränkungen — die das Leben jeden Tag spürbar beeinflussen.

Worte entfallen einem, während man spricht. Gesprächen kann man nicht mehr folgen, sobald im Hintergrund der Fernseher läuft. Telefonnummern sind wie aus dem Gedächtnis gelöscht. Man fühlt sich erschöpft, wenn man versucht, beim Spaziergang eine Unterhaltung zu führen.

Wer diese Situationen erlebt, bildet sich die Schwierigkeiten nicht ein. 4 von 10 Menschen mit MS haben kognitive Beschwerden wie verlangsamtes Denken, Probleme mit der Konzentration oder der Planungsfähigkeit. Hier erzählen Betroffene ihre Geschichte und wie sie kognitive Symptome im Alltag erleben.
Sie sind nicht alleine
Video Swiper
Erfahrungsbericht

Was sollten Menschen über kognitive Symptome bei MS wissen?

„MS ist sehr weit verbreitet, und viele denken: Wer MS hat, sitzt im Rollstuhl. Aber kognitive Veränderungen sind ein genauso wichtiges Thema, auch wenn man es einer Person nicht direkt anmerkt! Viele haben gelernt, es zu vertuschen. Aber kognitive Probleme sind trotzdem da und sehr belastend."

Erfahrungsbericht

Zu dem, was andere bemerken und was nicht

„Es hat mich noch niemand auf kognitive Veränderungen angesprochen und gefragt: Was ist mit dir los, irgendwie verhaspelst du dich immer. Aber ich merke es. Ich weiß eigentlich, was ich sagen möchte, aber ich kann nicht frei darüber sprechen, weil mir nicht jedes Wort einfällt."

Erfahrungsbericht

Zu Kontrolluntersuchungen — persönliche Erfahrung

„Meine Neurologin hat mit mir die Standardtests gemacht: ‚Berühr mit geschlossenen Augen deine Nase', ‚Steh auf einem Bein', und so weiter – aber es gab keinen Test zur Kognition."

Erfahrungsbericht

Zu spontanen Gesprächen

„Vorhin bin ich mit dem Hund spazieren gegangen und habe eine Nachbarin getroffen, die ich nicht gut kenne. Unerwartet bin ich mit ihr ins Gespräch gekommen, und ich hatte viele Wortfindungsprobleme. Es ist passiert, weil es ein unvorbereitetes Gespräch war. Das war mir sehr unangenehm."

Erfahrungsbericht

Gina berichtet über die Erfahrung mit Neurolog:innen

„Mit meiner vorherigen Neurologin habe ich über kognitive Veränderungen gesprochen. Sie sagte allerdings: ‚Na ja, Sie haben auch sehr viel Stress.' Und: ‚Sie machen doch Ihre Arbeit noch, dann scheint alles soweit in Ordnung zu sein.' Sie ist darauf nicht weiter eingegangen."

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Dieser Mutmacher ist für Tage gedacht, an denen es schwerer fällt, positiv zu denken. Er kann daran erinnern, was die Forschung schon zu kognitiven Beschwerden bei MS herausgefunden hat und was Sie selbst tun können, um Ihrem Geist heute etwas Gutes zu tun.
Ein Zeichen der Hoffnung

Ihr täglicher Mutmacher

Für Tage, an denen es schwerer fällt, positiv zu denken.

Bereits wenige Wochen strukturiertes Gehirntraining können die Denkgeschwindigkeit und das Gedächtnis von MS-Betroffenen messbar stabilisieren.

Viele der Patienten glauben, dass das, was uns vom kognitiven Funktionssystem erwartet, so ist wie beim Alzheimer. Da kann ich beruhigen: Diese klassische Demenz, die wir bei anderen neurodegenerativen Erkrankungen erkennen, ist nicht relevant. Es sind andere Defizite, die einen natürlich nicht minder einschränken können mit der Erkrankung, aber diese schwere Demenz ist zum Glück nicht, was wir bei der Multiplen Sklerose sehen.”
— Prof. Dr. Tjalf Ziemssen
Häufig ist bei MS die sogenannte Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit verändert: Sie bestimmt, wie schnell Ihr Gehirn reagieren und Informationen weiterverarbeiten kann. Viele Menschen mit MS sind geistig fit und können Denkaufgaben selbst meistern — sie brauchen nur etwas mehr Zeit dafür als früher.

Auch die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis und die Planungsfähigkeit können betroffen sein. Dann kann es Betroffenen schwerer fallen, Ausflüge zu planen, Probleme zu lösen oder im Gespräch das richtige Wort zu finden.

Diese Probleme werden von Betroffenen oft nicht als MS-bedingt erkannt und lösen Unsicherheit und Ängste aus. Viele fragen sich lange, ob sie sich das nur einbilden. Manche ziehen sich zurück, weil sie nicht erklären können, was mit ihnen passiert. Dabei hat das, was sie erleben, einen Namen — und es gibt Wege, damit umzugehen.
Wie verändert sich das Denken bei MS?
Das Wichtigste: Das Gehirn bleibt formbar. Es sucht sich Umwege, baut neue Verbindungen auf — und dieses Umlernen lässt sich aktiv trainieren.
Zur MS-Erkrankung kursieren viele vermeintliche Gewissheiten. Tippen Sie auf eine Karte, um zu erfahren, ob Sie richtig liegen.
Was stimmt wirklich über MS und Kognition?
01

„Bei Denkverlangsamung bei MS kann man sowieso nichts tun."

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Falsch

Mehrere unabhängige Meta-Analysen belegen, dass strukturiertes kognitives Training die Verarbeitungsgeschwindigkeit messbar verbessert. Das Gehirn bleibt ein Leben lang formbar und trainierbar.

02

„Ein Test von 90 Sekunden beim medizinischen Fachpersonal reicht aus, um Hinweise auf kognitive Veränderungen festzustellen."

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Richtig

Der sogenannte SDMT — Symbol Digit Modalities Test — dauert 90 Sekunden und liefert eine klinisch aussagekräftige Messung. Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt einfach darauf an.

03

„Wenn das Gehirn auf dem MRT-Bild sichtbar geschädigt ist, sind nicht zwingend kognitive Einschränkungen vorhanden."

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Richtig

Das Gehirn kann lernen, Umwege zu nehmen, also neue Verbindungen zum selben Ziel aufzubauen. Was auf dem MRT-Bild zu sehen ist, ist nicht das letzte Wort.

04

„Kognitive MS-Symptome sind wie Demenz. Es wird nur noch schlechter werden."

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Falsch

Der kognitive Verlauf bei MS unterscheidet sich grundlegend von Demenzerkrankungen. Die Forschung zeigt, dass sich die Symptome oft nach den ersten Jahren einpendeln und viele Betroffene ihren Zustand durch gezieltes Training langfristig stabilisieren können.

05

„Wenn ich merke, dass mein Denken langsamer wird, ist es bereits zu spät."

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Falsch

Nein, im Gegenteil. Das Gehirn bleibt bei jedem Menschen mit MS formbar und lernfähig. Aber wer früh handelt, profitiert am meisten und über den längsten Zeitraum.

06

„Gehirntraining kann die geistigen Fähigkeiten nur stabilisieren, nicht verbessern."

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Falsch

Studien zeigen, dass strukturiertes kognitives Training die geistigen Fähigkeiten bei MS-Betroffenen zuverlässig stabilisiert — und in einigen Fällen sogar messbar verbessert. Das Gehirn lernt Umwege, und je öfter man es dabei unterstützt, desto besser wird es darin.

Diese klassische Demenz, die wir bei anderen neurodegenerativen Erkrankungen sehen - das ist zum Glück nicht das, was Menschen mit Multiple Sklerose erleben.
— Prof. Dr. Tjalf Ziemssen
Prof. Dr. Tjalf Ziemssen begleitet seit fast 20 Jahren Menschen mit MS. Seine Empfehlung ist klar: Wer früh handelt, hat die meisten Möglichkeiten. Es gibt drei Bereiche, in denen Sie heute anfangen können.
Drei Säulen nach Prof. Ziemssen
01 GRUNDTHERAPIE 02 TRAINING 03 ALLTAG
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Säule 01 von 03

Grundtherapie im Blick behalten

Kognitives Training wirkt am besten, wenn der Grundprozess der Erkrankung gut kontrolliert ist. Falls Sie das Gefühl haben, dass sich etwas verändert hat, ist das ein guter Anlass, beim nächsten Termin nachzufragen: Ist meine aktuelle Therapie noch richtig eingestellt?

Die MS ist keine heilbare Erkrankung, aber mit Hilfe der medikamentösen Verfahren, mit Hilfe der unterstützenden Verfahren, ist es schon eine Erkrankung, die wir in den meisten Fällen zumindest einfrieren, zumindest auf dem Status halten können."
— Prof. Dr. Tjalf Ziemssen
NeuroNation MED ist die einzige App auf Rezept (DiGA), die speziell für kognitive Defizite bei neurologischen Erkrankungen wie MS entwickelt und klinisch geprüft wurde. Hier erzählen Steffi und Juli von ihren Erfahrungen.
Gehirntraining bei MS: Die Erfahrungsberichte von Steffi und Juli
"Als mir meine Neuropsychologin NeuroNation empfohlen hat, dachte ich erst: Das ist doch nur ein Spiel. Aber nach wenigen Wochen habe ich gemerkt – mein Denken ist klarer. Ich verliere seltener den Faden."
- Steffi H., MS-Betroffene · Bloggerin bei trotz-ms.de

„Ich dachte, das sei einfach so – Teil der MS. Dass man da wirklich etwas tun kann, hat mich überrascht."
- Juli, MS-Betroffene

Für Angehörige und Freunde
Manchmal bemerken Sie geistige Veränderungen früher als die Person, die Sie lieben: dass sie öfter nach Worten sucht, in Gesprächen den Faden verliert oder Termine vergisst, die früher selbstverständlich im Gedächtnis geblieben wären.

Manchmal braucht es jemanden von außen, der liebevoll den ersten Schritt macht.
Wir haben einen kurzen Leitfaden zusammengestellt, der Ihnen hilft, das Gespräch einfühlsam, ohne Druck und auf Augenhöhe zu beginnen.

Wie spreche ich als Angehöriger das Thema an?
Bereiten Sie Ihren nächsten Arzttermin vor
Um geistige Veränderungen bei MS zu behandeln, ist das Gespräch mit Fachpersonal der wichtigste erste Schritt. Viele Betroffene erleben kognitive Veränderungen über Monate, bevor sie sie ansprechen - aus Unsicherheit, aus Scham, oder weil sie nicht wissen, wie sie das Thema einbringen sollen. Aber manchmal liegt es auch am System: Kognitive Störungen werden in der Versorgung nicht immer aktiv erfasst, weil Zeit, Instrumente und Strukturen fehlen.
"Kognitive Störungen werden nicht diagnostiziert. Uns fehlen die Psychologen, uns fehlen die Tools in der Praxis."
- Prof. Dr. Tjalf Ziemssen, Neurologe, Leiter des MS-Zentrums, Universitätsklinik Dresden
Das bedeutet: Wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt das Thema nicht von sich aus anspricht, liegt das nicht daran, dass es unwichtig ist. Es liegt am System. Deshalb lohnt es sich, das Gespräch selbst zu suchen. Wir helfen Ihnen gerne dabei.

So spreche ich kognitive Veränderungen beim Arzt an:
So erhalten Sie NeuroNation MED
Kognitives Training braucht laut Prof. Ziemssen drei Dinge:
„Das richtige Maß des Trainings, die Abwechslung und Spaß. Weil mit Spaß geht alles viel einfacher."
- Prof. Dr. Tjalf Ziemssen, Neurologe, Leiter des MS-Zentrums, Universitätsklinik Dresden
NeuroNation MED ist genau so entwickelt: adaptiv, abwechslungsreich und motivierend. Und das Beste: Als zugelassene App auf Rezept übernimmt Ihre gesetzliche Krankenkasse die Kosten vollständig.

So erhalten Sie in wenigen Schritten Zugang:
Code erhalten und Training starten
3
Bei der Krankenkasse einreichen (oder online hochladen)
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Rezept bei Ärzt:in / Psychotherapeut:in holen
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„Ich finde NeuroNation großartig. Ich bin viel mit dem Zug unterwegs (oder als Beifahrer im Auto). Da muss man sich beschäftigen und ich habe mir diese App geschnappt und wenn ich im Zug sitze, dann löse ich jetzt Aufgaben und das macht total Spaß.“
- Claudia Eyd
Patientenerfahrung mit NeuroNation MED:
Man kann schön zugucken, wie das kognitive Niveau stabilisiert wird und wie Patienten diese Begeisterung teilen. Das ist etwas sehr Schönes, wenn Patienten durch diesen Spaßfaktor die Adhärenz behalten.
- Prof. Eggers

Dieser kurze Selbstcheck hilft Ihnen, Ihre Erfahrungen einzuordnen und gibt Ihnen persönliche Empfehlungen.

7 Fragen · 3 Minuten · Sofort-Ergebnis mit Empfehlungen
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